Richtiger Umgang mit Kaninchen

Ich bin NICHT niedlich!


Kaninchen, gerade zu Ostern ein beliebtes Thema und häufig Kinderwunsch. Dabei sind Kaninchen alles andere wie hoppelnde Schmusetiere oder Spielgefährten. Sie bringen eine Lebenserwartung von 8-10 Jahren mit und stellen hohe Haltungsansprüchen. Bei vielen Besitzern herrscht Unwissenheit über die artgerechte Haltung oder deren Ansprüche werden ignoriert, weil es doch "nur" Kaninchen sind. Viele denken mit einem Gitterkäfig in der Zimmerecke und Trockenfutter sei es getan, aber unter solchen Umständen leben Kaninchen nicht, sie vegetieren dahin. Nur durch Aufklärung kann sich daran etwas ändern, hier 6 Dinge die zu einem glücklichen Kaninchenleben gehören sollten:


(1) Niemals alleine! Kaninchen sind Rudeltiere und leben in Gruppen, nur so können sie ihren sozialen Bedürfnissen nachkommen. In Einzelhaltung werden sie oft depressiv oder aggressiv. Ein Mensch oder ein artfremdes Tier z.B. ein Meerschwein kann den Partner niemals ersetzen.


(2) Keine Käfighaltung! Kaninchen gehören in große Gehege und am besten in die Außenhaltung. Sie möchten nicht täglich durch Gitterstäbe in ein langweiliges Zimmer starren, viel lieber nehmen sie die Geräusche und die frische Luft draußen wahr. Sie möchte durch die Sonne "geweckt" werden und nicht durch den Rollladen im Kinderzimmer.


(3) Platz! Pro Tier müssen mindestens 2 m² Fläche vorhanden sein. Kaninchen bewegen sich hoppelnd vorwärts, es kann nicht tiergerecht sein, wenn sie nach einem Sprung gleich am Gitter landen! Für ein Wildkaninchenpaar wird vom Bundesministerium eine Gehegemindestgröße von 10 m² angegeben. Unsere Heimtiere unterscheiden sich in ihren Ansprüchen nicht von ihren wilden Verwandten, also sollten diese Richtlinien eigentlich auch für sie gelten. 1-2 Stunden Auslauf am Tag mindern die Gehegeansprüche nicht.


(4) Ausstattung! Kaninchen sind schlau und benötigen ein abwechslungsreiches Umfeld. Buddeln gehört zu ihren natürlichen Bedürfnissen. Eine Plastikwanne als Käfig mit 2cm Einstreu ist demnach kein artgerechter Untergrund. Außerdem sind Tunnelsysteme und Sandbäder beliebt, sowie eine Vielzahl von Versteckmöglichkeiten und Aussichtspunkten.


(5) Kein Plüschtier! Auch wenn der Anschaffungspreis derselbe ist, zwingen Sie dem Tier nicht Ihr Kuschelbedürfnis auf. Manche Kaninchen möchten gar nicht schmusen oder werden nicht zahm. Ihr Körperbau ist zart und verträgt keine heftigen Berührungen, sie gehören also immer nur unter Aufsicht in Kinderhände.


(6) Richtig füttern! Heu gehört zur Grundausstattung und sollte immer vorhanden sein, denn es dient u.a. dem Zahnabrieb. Die Zähne der Kaninchen wachsen zeitlebens und sind auf einen ständigen Zahnabrieb angewiesen. Auf dem Speiseplan stehen außerdem: Gräser, Krätuer, Blätter, Rinden, Blüten, Zweige, Obst und Gemüse. Nicht zur tiergerechten Ernährung gehören: Knabberstangen, Ringe und ähnliche Knabbereien (da diese häufig Zucker enthalten), zudem Honig, Getreide oder Mais. Altes, hartes Brot (Knäckebrot, Zwieback, Brötchen, Graubrot, Schwarzbrot und alle anderen Brotsorten) ist für die Kaninchenernährung ebenfalls ungeeignet!


Wer die Langohren artgerecht hält, wird viel Freude haben und die Tiere danken es einem mit einer hohen und gesunden Lebenserwartung.